Seit Anfang August 2010 ist der Künstler Armin Naldi bei uns auf dem Mühlengelände ansässig. Er bietet verschiedene Kurse für Jung und Alt an. Bitte schauen Sie auf seine Homepage wenn Sie sich für einen Kurs bei Ihm interessieren.
Kunstwerke fordern zu einer Begegnung heraus. Armin Naldi gab
Einblicke in seine Werke wie "Entfalten" im Vordergrund. Die Umrahmung
übernahmen Sylvia Dierig-Klein und Anna Laura Hübner.
Foto: Fisel Foto: Schwarzwälder-Bote
Von Andrea Fisel
Bad Liebenzell. "Die Werke der Bildenden Kunst sind in erster Linie
nicht dafür da, gekauft zu werden, sondern sie wollen betrachtet werden
und im besten Fall eine Begegnung erfahren", begann Armin Naldi die
Vorstellung seiner Kunstwerke, die bis 23. Oktober im Lesesaal des Bad
Liebenzeller Bürgerzentrums zu sehen sind.
Natürlich sei er auch
am Verkauf interessiert, da er davon lebe, fügte der Künstler lächelnd
hinzu. Er bedankte sich bei der Stadt, die ihm die Ausstellung
ermöglichte und die Räume zur Verfügung stellte. Sein besonderer Dank
galt Hauptamtsleiter Werner Komenda, der die Begrüßung übernommen hatte,
und den beiden Geigerinnen Sylvia Dierig-Klein und Anna Laura Hübner,
die mit Stücken von Paul Hindemith die Veranstaltung bereicherten.
Anhand
vier seiner insgesamt 26 ausgestellten Reliefs und Plastiken aus
Zementguss, Gips, Marmor, Sandstein oder Holz ließ der Künstler die
Besucher an seinen Empfindungen und Absichten teilhaben. "Das Schaffen
eines Künstlers ist tief verankert mit ihm selbst, im weitesten Sinne
mit dem Menschsein überhaupt", bekannte Naldi.
"Erst wenn sich die
Wirkung, die der Schaffende bei seiner Arbeit empfindet, auf den
Betrachter überträgt, dann ist die Aussage eines Werkes gelungen." Eine
Plastik müsse von allen Seiten betrachtet werden, denn ähnlich wie der
Mensch, sehe sie von vorne anders aus als im Rücken, die linke Seite
unterscheide sich von der rechten sowohl im Aussehen wie in der Wirkung,
gab Naldi bei seinem Werk "Entfaltung" zu bedenken und fuhr fort: "In
dieser Verschiedenheit versuchen die ungleichen Seiten wieder in die
Balance zu kommen, so wie der Mensch im Laufe eines Gespräches
ebenfalls das Gleichgewicht zwischen Zuhören und Reden finden sollte".
Auch
in dem 2009 entstandenen Werk "Sonne 2" aus Zementguss floss diese
Überlegung mit ein: "Die eine Seite sammelt sich, konzentriert sich, die
andere Seite öffnet sich, entfaltet sich in den Raum. Das sich
Verdichten, die Enge, bildet den Ausgleich zum sich Öffnen, zur Weite."
Hinter jeder Arbeit stehe die Absicht, dass der Mensch durch die Kunst
angesprochen werde und er dadurch in seinem Leben ein Stück vorwärts
komme, war sein Resumée.
Naldi lebt als Bildhauer, Werklehrer und
Therapeut derzeit noch in Unterlengenhardt, wird aber bald nach
Stammheim umziehen und sein Atelier in der Unteren Mühle 1 eröffnen.
Seit 2007 richtet er sein Angebot "Creativ in Skulptur + Plastik" an
alle, die Freude am kreativen Arbeiten haben. Herzstück ist das
rhythmische Tun. Ziel soll sein, Kraft aufzubauen zur Stress- und
Konfliktbewältigung, Bereicherung und Steigerung der inneren
Lebensqualität. Die Teilnehmer werden in Plastizieren, Schnitzen,
Arbeiten mit Speckstein oder Kunstbetrachtung ausgebildet.